Projektzeiterfassung: Stunden buchen, Budgets halten, sauber abrechnen
Für Agenturen, IT-Dienstleister, Planungsbüros und Handwerker mit Auftragskalkulation ist die Frage nicht nur, wie lange gearbeitet wurde – sondern woran. Projektzeiterfassung beantwortet sie und liefert nebenbei die Daten, mit denen sich unrentable Aufträge erkennen lassen. Wir zeigen, welche Tools das für kleine Teams am besten können – und wie sich Projektzeiten mit der gesetzlichen Pflicht-Erfassung verbinden lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Projektzeiterfassung ordnet Arbeitsstunden Kunden, Projekten und Tätigkeiten zu — die Grundlage für Abrechnung, Budgets und Nachkalkulation.
- Pflicht-Erfassung (Beginn/Ende/Pausen) und Projektzeiten gehören in ein einziges Tool — doppelte Erfassung scheitert in der Praxis.
- Empfehlungen: Clockodo Pro (8 €/Nutzer) für kleine Dienstleister, ZEP (ab 7 €) für Projektorganisationen, MOCO (ab 15 €) als Agentur-Komplettlösung.
- Reine Tracker wie Toggl Track erfüllen die deutsche Pflicht-Erfassung nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Arbeitszeit- und Projektzeiterfassung?
Arbeitszeiterfassung ist die Pflicht-Ebene: Beginn, Ende, Pausen – fürs Stundenkonto und die Aufsichtsbehörde. Projektzeiterfassung ist die Steuerungs-Ebene: dieselben Stunden, zugeordnet zu Kunde, Projekt und Tätigkeit – für Rechnung, Nachkalkulation und Budgetwarnung. Die wichtigste Kaufregel: Beide Ebenen gehören in ein Tool. Wer die Pflicht in System A und die Projekte in System B erfasst, erfasst doppelt – und eines von beiden stirbt nach drei Monaten.
Die Empfehlungen nach Einsatzfall
Kleine Dienstleister (2–15 Personen): Clockodo Pro
Clockodo Pro (8 €/Nutzer/Monat im Jahresabo) verbindet Pflicht-Erfassung, Stundenkonto und Projektzeiten mit Budgets – und übergibt die Stunden an Lexware Office, sevdesk oder bexio zur Abrechnung. Deutsche Server, faire Preise: unsere erste Wahl für die meisten kleinen Dienstleister.
Projektorganisationen mit Controlling-Anspruch: ZEP
ZEP Compact (ab 7 €) und Professional (ab 18 €) wachsen von der Projektzeiterfassung bis zu Projektplanung, Reisekosten und Umsatzauswertung – gedacht für Beratungen und Ingenieurbüros, die Projekte wirklich steuern wollen.
Agentur-Komplettpaket: MOCO
MOCO (Kurzcheck, ab 15 €/Nutzer) verzahnt Zeiterfassung mit Angeboten, Rechnungen und Projektcontrolling inklusive DATEV-Direktanbindung – wenn ohnehin ein Agentur-ERP gesucht wird, erspart es zwei weitere Tools.
Außendienst mit Fahrzeiten: timr
timr (8 €/Nutzer) bucht Projektzeiten und führt zusätzlich ein elektronisches Fahrtenbuch – für Kundendienst und Montage die effizienteste Kombination.
Reines Tracking ohne Pflicht-Anspruch: Toggl Track und Clockify
Toggl Track (Free/9 $) hat den besten Timer-Workflow mit 100+ Integrationen, Clockify (Free bis 5 Nutzer) das beste Gratis-Angebot – beide aber ohne deutsche Pflicht-Logik und Lohn-Schnittstellen. Als Ergänzung fürs Team-Tracking gut, als einziges System für deutsche Betriebe nur mit Vorsicht.
Projektzeiterfassung im Direktvergleich
Tabelle lässt sich seitlich wischen.
| Tool | Preis (Projekt-Tarif) | Pflicht-Erfassung integriert | Budgets | Abrechnungs-Anbindung |
|---|---|---|---|---|
| Clockodo Pro | 8,00 €/Nutzer (Jahresabo) | ✓ | ✓ | Lexware Office, sevdesk, bexio |
| ZEP Compact | ab 7,00 €/Nutzer | ✓ (Clock-Basis) | ✓ | DATEV, Lexware, Jira u. a. |
| timr Regular | 8,00 €/Nutzer (jährl. 7,20 €) | ✓ | ✓ ab Plus | Export PDF/Excel/CSV, API |
| MOCO Core (Kurzcheck) | 15,00 €/Benutzer | – (keine Stempeluhr) | ✓ | eigene Rechnungen + DATEV direkt |
| Toggl Track Starter | 9,00 $/Lizenz | – | ✓ | QuickBooks, Jira, Zapier |
| Clockify Standard | 6,99 $/Seat (jährl. 5,49 $) | ✓ (Kiosk ab Basic) | ✓ ab Pro | eigene Rechnungen, QuickBooks |
Alle Preise von den offiziellen Anbieter-Preisseiten, Stand 13.08.2026, ohne Gewähr.
Drei Regeln für die Praxis
- Grob buchen schlägt genau schätzen: Drei bis fünf Tätigkeits-Kategorien pro Projekt reichen; Minuten-Genauigkeit über 20 Kategorien hält kein Team durch.
- Budgets mit Warnschwelle anlegen: Bei 80 % Budgetverbrauch informiert das Tool – das Gespräch mit dem Kunden führt sich vor Projektende leichter als danach.
- Monatliche Nachkalkulation: 30 Minuten pro Monat über die Projekt-Auswertung zeigen, welche Auftragsarten sich lohnen – der eigentliche Return der Projektzeiterfassung.
Häufige Fragen
Reicht ein Projekt-Tracker für die gesetzliche Pflicht?
Nur, wenn er auch Beginn, Ende und Pausen erfasst. Toggl Track und MOCO tun das nicht in der geforderten Form – Clockodo, ZEP, timr und Clockify (Kiosk) schon. Details zur Pflicht: Ratgeber.
Was kostet Projektzeiterfassung für ein 5-Personen-Team?
Clockodo Pro: 40 €/Monat, ZEP Compact: ab 35 €, timr: 40 € (jährlich 36 €), MOCO Core: 75 €, Clockify Standard: rund 27,45 $ (jährliche Zahlung). Stand 13.08.2026, netto bzw. USD, ohne Gewähr.
Sollten interne Zeiten auch auf Projekte gebucht werden?
Ja, auf ein Sammel-„Projekt" wie Verwaltung/Intern – sonst fehlt der Nenner für die Auslastungsquote, und die Projektstunden wirken künstlich hoch.
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